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Lampe Analyse und Auswertung der Spielangebote von Lottohelden Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Nach eingehender Analyse nahezu aller Spielangebote von Lottohelden (Stand: 01.12.2018), möchte ich mit diesem Beitrag einen kleinen Einblick hinter die Kulissen dieser Glücksspiele geben und meine Einschätzungen dazu abgeben, welche dieser Spiele sich lohnen, welche man besser meiden sollte und wie die Preise bei anderen Anbietern aussehen bzw. wo man dieselben Lotterien günstiger spielen kann. Da ich von keinem Lotterieanbieter Provisionen für die Vermittlung von Lottotipps erhalte und auch für diesen Beitrag nicht bezahlt wurde, kann ich somit auch die Nachteile bestimmter Lotterien völlig offen ansprechen (die selbstverständlich nicht auf der Homepage von Lottohelden oder auch anderen Lotterieseiten genannt werden) und eine neutrale Einschätzung zum Vorteil des Kunden (und nicht zum Vorteil für mich oder Lottohelden) abgeben. Einleitend sei noch erwähnt, dass ich mit diesem Beitrag keine Empfehlung für irgendein bestimmtes Spielangebot abgeben möchte. Denn ganz unabhängig davon wie hoch die durchschnittliche Ausschüttungsquote (in diesem Beitrag mit "Ø AQ" abgekürzt) auch sein mag, so verliert man doch in den allermeisten Fällen bei jedem Glücksspiel Geld. Mit diesem Beitrag möchte ich daher lediglich aufzeigen, bei welchen Spielen man längerfristig rein mathematisch betrachtet die größten bzw. geringsten Verluste zu beklagen hat:


1. MiniLotto:

Beim Spiel MiniLotto ist Lottohelden eine relativ faire und deutlich bessere Version als beim polnischen Original gelungen, von dem auch die Gewinnzahlen übernommen werden. Durch die Einführung einer zusätzlichen Gewinnklasse, bei der man bereits mit 2 Richtigen den doppelten Spieleinsatz gewinnt, sind sogar die Gewinnchancen von 1 zu 124 auf 1 zu 10 deutlich gestiegen. Ein Tipp kostet gerade einmal 50 Cent und ist damit so günstig wie bei kaum einer anderen Lotterie.

Ein Nachteil ist jedoch, dass man bei MiniLotto den in der Spielbeschreibung angegebene Jackpotbetrag von 100.000 Euro nur relativ selten gewinnt. Der Grund dafür ist, dass zur Berechnung der Gewinnauszahlung an die Gewinner von Lottohelden, der Jackpotbetrag von 100.000 Euro, aufgrund der Typ A Klassifizierung in den AGB, durch alle Gewinner von EU Lotto (damit sind sowohl Lottohelden als auch Lottoland gemeint) und der regulären Lotterie geteilt wird. In den AGB von Lottohelden werden die Gewinntipps von EU Lotto zwar nur als "Lottohelden-Gewinntipps" bezeichnet, aber bei genauerer Betrachtung der AGB findet man im Abschnitt "Definitionen", dass mit "Lottohelden-Gewinntipps" auch alle Tipps von Lottoland gemeint sind, die Lottoland (im Definitionsabschnitt als dritte Partei bezeichnet) bei Lottohelden abgibt. Durch diesen "Trick" kann Lottohelden somit und auch die Gewinntipps von Lottoland als "Lottohelden-Gewinntipps" bezeichnen und dadurch die Spieler selbst in den AGB noch bewusst täuschen.

Da es bereits bei der regulären Lotterie sehr häufig vorkommt, dass ein Spieler 5 Richtige getippt hat und dadurch den Jackpot gewinnt, wurde somit die Ø Gewinnauszahlung bei Lottohelden bei 5 Richtigen auf Grundlage der ersten 100 Ziehungen im Jahr 2018 bei der regulären Lotterie berechnet, bei denen es 27 x keinen, 40 x einen, 23 x zwei, 8 x drei, 1 x vier und 1 x fünf Spieler mit 5 Richtigen gegeben hat, sowie unter der Annahme, dass es dabei jeweils nur einen Gewinner bei EU Lotto gegeben hätte. Der Ø Gewinn bei 5 Richtigen beläuft sich damit auf 57.033 Euro, wodurch die Ø AQ bei MiniLotto nur bei 51,7 % liegt (was aber trotzdem noch 11,7 Prozentpunkte mehr als bei der Originallotterie sind). Der Jackpot lag bei diesen Ziehungen im Ø bei 274.531 Zloty, wozu im Ø 1.098.124 Tipps bei der Originallotterie abgegeben werden mussten. Da die Wahrscheinlichkeit auf 5 Richtige nur bei 1 zu 850.668 liegt, gibt es somit im Ø bereits 1,29 Gewinner pro Ziehung bei der regulären Lotterie und die Wahrscheinlichkeit, dass es in einer Ziehung dort mindestens einen Gewinner gibt, liegt bereits bei 72,5 %. Tipp: Da Sonntags bei der regulären Lotterie im Ø die wenigsten Tipps abgegeben werden (Samstags sind es übrigens die meisten) und es dadurch im Ø auch weniger Jackpotgewinner gibt, empfiehlt es sich daher MiniLotto Sonntags zu spielen.

Das MiniLotto bei Lottoland sollte man übrigens auf keinen Fall spielen. Die Gewinne orientieren sich dort am Original in Polen, bei dem nur 40 % der vom Spieler zu zahlenden Einsätze wieder als Gewinne ausgeschüttet werden. Darüber hinaus kostet der Tipp in Polen 1,25 Zloty, was nach aktuellem Umrechnungskurs weniger als 30 Cent entspricht. Da Lottoland 40 Cent pro Tipp verlangt, reduziert sich dadurch die tatsächliche Ø AQ auf unter 30 %, was deutlich weniger als bei Lottohelden ist. Zwar ist der Preis bei Lottohelden 25 % teurer als bei Lottoland, doch dafür ist die Gewinnauszahlung bei 5 Richtigen im Ø über 50 % höher, bei 3 Richtigen im Ø sogar über 80 % höher und bei 2 Richtigen gewinnt man bei Lottoland überhaupt nichts.


2. MiniLos

Die Ø AQ von MiniLos beträgt 61,2 % und ist damit so hoch wie bei keiner anderen Lotterie von Lottohelden, was schon einmal sehr positiv zu werten ist. Die Gewinnauszahlungen wurden zudem auch noch sehr gleichmäßig auf die einzelnen Gewinnklassen verteilt. Im Gegensatz zu der fast identischen Zusatzlotterie Super 6 kann man hier sogar mit den richtigen Anfangszahlen gewinnen. Die Chancen auf den selben Höchstgewinn von 100.000 Euro sind dadurch zwar auch nicht besser, aber dafür kostet jeder Tipp nur 1 Euro und damit 20 % weniger als bei der Zusatzlotterie Super 6. Ein weiterer Vorteil ist, dass obwohl dies eine von Lottohelden selbst erfundene Lotterie ist keine eigenen Zahlen von Lottohelden generiert werden, sondern auf die Gewinnzahlen einer von Lottohelden unabhängigen Lotteriegesellschaft zurückgegriffen wird. Bei MiniLos sind es die ersten sechs Zahlen der zweimal täglich in Polen stattfindenden Ziehung "Super Szansa".

Die Lotterie MiniLos hat zudem in der höchsten Gewinnklasse einige Vorzüge im Vergleich zu MiniLotto zu bieten. Denn obwohl auch bei MiniLos die erste Gewinnklasse als Typ A gekennzeichnet wurde, kommt es bei der regulären Lotterie Super Szansa nur äußerst selten vor, dass es einen Gewinner in der ersten Gewinnklasse gibt (in den ersten 200 Ziehungen im Jahr 2018 war dies kein einziges Mal der Fall), da die Chance darauf nur bei 1 zu 10 Millionen liegt (und somit 10 Mal schlechter als bei MiniLos ist) und diese Lotterie auch von deutlich weniger Spielern in Polen gespielt wird. Außerdem dürfte auch die Wahrscheinlichkeit, dass in einer Ziehung mehr als ein Spieler bei EU Lotto die höchste Gewinnklasse erzielt, erheblich geringer ausfallen als bei MiniLotto, da erstens Lottoland diese Lotterie gar nicht anbietet, zweitens die Gewinnchance auf den Höchstgewinn mit eins zu einer Million etwas schlechter als bei MiniLotto ist und drittens bei Lottohelden jeder Tipp doppelt so viel kostet wie bei MiniLotto, so dass davon auszugehen ist, dass pro Ziehung auch weniger Tipps von MiniLos als von MiniLotto über Lottohelden abgegeben werden. Somit ist die Wahrscheinlich sehr hoch, dass man bei 6 Richtigen auch tatsächlich 100.000 Euro als Gewinn ausbezahlt bekommt.


3. SonntagsLotto

Auch bei dieser Lotterie ist der Preis recht akzeptabel und kostet mit 1,50 Euro genau so viel wie beim Originalspiel "El Gordo de la Primitiva" in Spanien (während zum Beispiel bei Lottoland jeder Tipp 1,75 Euro kostet). Die Gewinnausschüttung in der untersten Gewinnklasse, in der man seinen Spieleinsatz zurückbekommt, ist jedoch schlechter als beim Original, wodurch sich diese Lotterie (ebenso wie Cash4Life) als Mogelpackung entpuppt (gleicher Preis für weniger Inhalt). Denn während man bei Lottohelden mit der richtigen Superzahl den Spieleinsatz von 1,50 Euro je Tipp nur bei 0 Richtigen zurückgewinnt, bekommt man diesen bei der Originallotterie mit der richtigen Superzahl immer erstattet, unabhängig davon wie viele Zahlen man sonst noch richtig getippt hat und auch zusätzlich zu den Gewinnen, die man bereits in den Gewinnklassen 1, 3, 5 und 7 gewinnt.

Schon in den offiziellen spanischen Spielregeln steht in Kapitel 10, dass man die Rückerstattung des Kaufpreises immer mit der richtigen Superzahl und unabhängig von den Gewinnen in den anderen Gewinnklassen erhält. Auch in Kapitel 7 sieht man, dass 45 % der Einnahmen für die Gewinne in den ersten 8 Gewinnklassen zur Verfügung gestellt werden und unabhängig davon nochmals weitere 10 % der Spieleinnahmen für die unterste Gewinnklasse zur Rückerstattung des Kaufpreises bereitgestellt werden. Um jedoch durchschnittlich 10 % der Spieleinnahmen auszuschütten, muss die Wahrscheinlichkeit diese Gewinnklasse zu erreichen bei 1 zu 10 liegen. Auf diese Wahrscheinlichkeit kommt man aber nur, wenn man seinen Spieleinsatz grundsätzlich immer mit der richtigen Superzahl zurückgewinnt, auch wenn noch weitere Zahlen richtig getippt wurden. Wenn man jedoch wie bei Lottohelden bei der richtigen Superzahl den Spieleinsatz von 1,50 Euro je Tipp nur dann als Gewinn an die Spieler auszahlt, wenn man sonst keine anderen Zahlen richtig getippt hat, dann liegt die Gewinnwahrscheinlichkeit nur bei 1 zu 16,58 und es müssen durchschnittlich nur 6,03 % der Spieleinnahmen für diese Gewinnklasse bereitgestellt werden. Aus diesem Grund liegt die Ø AQ bei Lottohelden auch nur bei rund 51 %, während diese bei der Originallotterie bei 55 % liegt.

Auch wenn die Ø AQ bei SonntagsLotto zumindest noch einen Prozentpunkt höher als bei LOTTO 6aus49 ist, hat man in der Regel trotzdem so gut wie nichts davon, weil mehr als die Hälfte der Ø AQ (wie auch bei EuroJackpot, EuroMillions, MegaMillions und Powerball) in die Gewinnklassen fließt, die mit einer Chance von schlechter als eins zu drei Millionen zu erreichen sind. Dadurch bleibt nur noch wenig für die Gewinnklassen übrig, bei denen man relativ häufig gewinnt, so dass bei solchen Lotterien mit der Zeit größere Verluste drohen. Die Wahrscheinlichkeit auf einen Gewinn ist mit 1 zu 8,2 im Vergleich zu anderen Lotterien zwar sehr hoch, allerdings gewinnt man in den meisten Fällen lediglich seinen Spieleinsatz wieder zurück. Bei der Originallotterie liegt die Gewinnwahrscheinlichkeit sogar bei 1 zu 6,2, aufgrund der besseren Chancen seinen Spieleinsatz wieder zurückzugewinnen.


4. Cash4Life

Im Vergleich zu Lottoland und Tipp24 ist nicht nur der Spieleinsatz mit 2 Euro (statt 2,50 Euro) um 20 % günstiger, sondern auch die Auszahlungen in den Gewinnklassen 3 (2000 statt 200 Euro), 4 (500 statt 100 Euro), 5 (100 statt 40 Euro) und 8 (4 statt 3 Euro) sind deutlich besser. Allerdings ändert das nichts an der Tatsache, dass das Original immer noch besser ist, da in den USA in den Gewinnklassen 3 (1250-fachen statt 1000-fachen Einsatz) und 6 (12,5-fachen statt 10-fachen Einsatz) die Gewinnquote um 25 % höher ist und man in der Gewinnklasse 2 den 500-fachen Einsatz sogar jede Woche statt nur jeden Monat ausbezahlt bekommt (siehe hier). Gemessen an der Cash-Option für die ersten beiden Gewinnklassen beim Original beträgt dort die Ø AQ 52,4 %. Angepasst an die Gewinnauszahlungen bei Lottohelden kommt man hingegen nur noch auf eine Ø AQ von 46,3 % (bei Lottoland liegt diese sogar bei unverschämt niedrigen 32,4 %). Wenn man jedoch bedenkt, dass Lottohelden bei MiniLos eine Lotterie mit einer Ø AQ von sogar über 60 % anbietet, dann sollte es eigentlich kein Problem sein bei Cash4Life auch noch diese fehlenden 6 Prozentpunkte zum Original zu stemmen. Zumindest die Gewinnquote in den Gewinnklassen 3 und 6 könnte man locker ebenfalls noch an das Original anpassen, da sich dadurch die Ø AQ nur um minimale 0,82 Prozentpunkte erhöhen würde.

Die tatsächliche Ø AQ von Cash4Life lässt sich leider nicht exakt berechnen, da diese in den ersten beiden Gewinnklassen von der verbleibenden Lebensdauer des einzelnen Spielers abhängig ist. Die für diesen Beitrag angesetzten Gewinnbeträge von 7.000.000 Euro in der ersten und 230.000 Euro in der zweiten Gewinnklasse setzen somit jeweils voraus, dass der Spieler nach Abgabe des Tipps noch etwa 19 Jahre weiterlebt. Unter Berücksichtigung einer jährlichen Inflation von nur 2 %, müsste man sogar noch rund 24 Jahre weiterleben, um sich insgesamt das kaufen zu können, was man sich heute für 7.000.000 bzw. 230.000 Euro kaufen könnte, sofern man nach jeder Gewinnauszahlung das Geld vollständig ausgeben würde. Um bei Cash4Life eine kaufkraftbereinigte (ausgehend von einer Inflation von 2 % pro Jahr) Ø AQ zu erzielen, die über 50 % liegt und damit besser wäre als z. B. beim LOTTO 6aus49, müsste man nach der Tippabgabe sogar noch rund 31 Jahre weiterleben. Diese und weitere Angaben können auch der Tabelle hier entnommen werden.

Ein weiterer Nachteil dieser Lotterie ist, dass Lottohelden bei einem Gewinn in den ersten beiden Gewinnklassen vom Gewinner mehrmals jährlich einen Lebensnachweis verlangt. Sobald dieser nicht mehr erbracht wird, werden die Gewinnauszahlungen eingestellt. Sollte der Gewinner außerdem das Pech haben bereits kurze Zeit nach einem Gewinn in der ersten oder zweiten Gewinnklasse zu sterben, können die Angehörigen des Verstorbenen nur von den bis dahin ausgezahlten Gewinnbeträgen profitieren, was bei der Originallotterie in den USA nicht der Fall wäre, da man dort die Gewinne in den ersten beiden Gewinnklassen für mindestens 20 Jahre ausbezahlt bekommt (auch wenn der Gewinner zuvor sterben sollte) und weil man sich dort auch für die Cash-Option (einmalige Gewinnauszahlung von sieben bzw. einer Million Dollar) entscheiden kann. Bei Lottohelden gibt es dagegen keine 20-jährige Auszahlungsgarantie und die Cash-Option wird ebenfalls nicht angeboten. Hinzu kommt sogar noch, dass wenn Lottohelden (oder das entsprechende Versicherungsunternehmen, falls Lottohelden die Gewinne in den ersten beiden Gewinnklassen versichert hat) Pleite gehen sollte, es vermutlich auch mit den Gewinnauszahlungen vorbei sein dürfte.


5. KENO, LOTTO 6aus49 und EuroJackpot

Von allen Lotterieangeboten von Lottohelden sind diese drei die einzigen, bei denen einen Scheingebühr erhoben wird. Diese betrug lange Zeit nur 20 Cent, bevor sich Lottohelden am 23.10.2018 nach einer Layoutanpassung anmaßte die Gebühren unverschämterweise deutlich auf 40 Cent pro Spielschein anzuheben. Diese Lotterien sollte man daher auf keinen Fall bei Lottohelden spielen, da man diese bei anderen Anbietern ohne Scheingebühren spielen kann. Bei Lottoland braucht man zum Beispiel nur im Menü rechts unten die Sprache von Deutsch auf Englisch umstellen (das weiß in der Regel bloß niemand, wodurch alle deutschsprachigen Kunden benachteiligt werden, was meiner Meinung nach auch von Lottoland eine richtig dreiste Abzocke darstellt). Auch bei lottogo.com und lottostar24.com zahlt man beim gleichen Spielpreis keine Scheingebühren für LOTTO 6aus49 (ebenso bei jinnilotto.com) und EuroJackpot, wodurch diese günstiger gespielt werden können. Die Ø AQ liegt bei diesen Lotterien ohne Scheingebühr bei rund 50 %. Wer dagegen bei Lottohelden z. B beim LOTTO 6aus49 nur ein Feld ausfüllt, kommt bei einem Preis von 1,40 Euro nur noch auf eine Ø AQ von 35,7 %.

Meine Empfehlung wäre daher die Scheingebühren grundsätzlich auch bei diesen drei Lotterien abzuschaffen, um weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben. Wenn man schon bei den Lotterien MiniLotto, MiniLos und Sonntagslotto keine Scheingebühr erhebt, obwohl dort die Ø AQs höher sind, dann sollte man fairerweise auch hier auf die Scheingebühren verzichten. Diese Gebühren werden zudem (wie der Name schon richtig andeutet) tatsächlich auch nur zum "Schein" erhoben, da die Tippscheinabgabe bei diesen Lotterien den Veranstalter natürlich ebenso wenig kostet, wie die kostenfreien Tippscheine der anderen Lotterien. Denn bei allen Lotterieangeboten von Lottohelden werden schließlich nur Wetten auf das Ergebnis einer Lotterieziehung abgeschlossen. Man nimmt somit gar nicht direkt an der Lotterie teil. Folglich hat Lottohelden als Wettanbieter auch keine Aufwendungen für die Vermittlung einer Spielteilnahme an der beworbenen Lotterieveranstaltung zu leisten. Der wahre Grund warum Lottohelden bei diesen drei Lotterien eine Gebühr verlangt liegt höchstwahrscheinlich daran, weil jeder der am Kiosk daran teilnimmt auch eine Zusatzgebühr zu bezahlen hat und Lottohelden daher offenbar keinen Grund sieht eine Spielteilnahme über ihre Internetseite ohne diese "Gebühren" anzubieten.

Obwohl die Ø Gesamt-AQ bei allen drei Lotterien die gleiche ist, scheint KENO dennoch die beste Wahl zu sein, da hier ein Großteil der Ø AQ in die unteren Gewinnklassen fließt, die am wahrscheinlichsten zu erreichen sind. Allerdings bietet Lottoland mit "Keno 24/7" eine noch bessere KENO-Variante an, bei der die Ø AQs je nach KENO-Typ zwischen 65 % und sogar 75 % liegen (mehr Informationen dazu findet ihr in meinem Beitrag hier). Bei der Lotterie EuroJackpot fließt dagegen fast 60 % der Gewinnausschüttung in die Gewinnklassen, die mit einer Wahrscheinlichkeit von weniger als eins zu drei Millionen erreicht werden, weshalb man auf eine Spielteilnahme eher verzichten sollte, da hier langfristig mit größeren Verlusten zu rechnen ist.

Die Zusatzlotterien Plus 5 (über KENO) sowie Super 6 und Spiel 77 (über LOTTO 6aus49) werden ohne Zusatzgebühren angeboten und können dadurch zwar nirgendwo günstiger gespielt werden, allerdings sind diese Zusatzlotterien mit Ø AQs von unter 50 % (Plus 5 = 48,7 % / Super 6 = 44,7 % / Spiel 77 = 42,4 %) alles andere als empfehlenswert.


6. GlücksSpirale

Auch bei dieser Lotterie berechnet Lottohelden eine ungerechtfertigte Extragebühr in Höhe von 40 Cent (bis 22.10.2018 nur 20 Cent), die diesmal sogar nicht nur pro Schein, sondern sogar für jede einzelne Losnummer zu bezahlen ist. Lottoland bietet dieses Spiel als Zusatzlotterie über den Spielschein von LOTTO 6aus49 im Gegensatz zu Lottohelden ohne eine Extragebühr an. Ebenfalls negativ ist die sehr geringe Ø AQ von nur noch 39 % (bei Sofortauszahlung von 2,1 Millionen Euro in der höchsten Gewinnklasse). Bei dieser ohnehin schon geringen Quote ist eine Extragebühr, die diese sogar noch stärker reduziert, sehr unfair gegenüber dem Kunden und sollte daher bei diesem Spiel erst recht abgeschafft werden. Dies gilt insbesondere bei der Spielteilnahme über den Tippschein von LOTTO 6aus49, da dort bereits schon eine "Scheingebühr" von 0,40 Euro erhoben wird. Viele Landeslotterien wie beispielsweise lotto-bw.de oder lotto-bremen.de (hier liegt die Scheingebühr sogar nur bei 0,10 Euro) verzichten ebenfalls auf eine Extragebühr bei der GlücksSpirale, wenn diese in Kombination mit LOTTO 6aus49 gespielt wird. Etwas Geld kann man sich jedoch dadurch sparen, wenn man anstelle von 5 Losnummern für eine Ziehung, besser nur eine Losnummer auswählt und dafür an 5 Ziehungen teilnimmt (also bei Wochenlaufzeit 5 Wochen auswählt), da zumindest bei mehrmaligen Spielteilnahmen die Extragebühr nur einmal erhoben wird, so dass man in diesem Fall beim ganzen Los nur 25,40 Euro statt 27,00 Euro zahlen muss.

Wie unverschämt eine Extragebühr bei der GlücksSpirale ist, zeigt sich an der Tatsache, dass bei einer Teilnahme an der Originallotterie 27 % der Spieleinsätze für gute Zwecke verwendet werden (siehe hier - Seite 5) und weitere 16,7 % an Lotteriesteuern bezahlt werden müssen. Bei Lottohelden werden dagegen 0 % der Spieleinnahmen für gute Zwecke verwendet und die Lizenzgebühr und Steuern, die Lottohelden zusammen mit Lottoland in Gibraltar bezahlen muss, betragen selbst bei einem Jahresumsatz von nur 300 Millionen Euro nicht einmal 0,2 % der Spieleinsätze (siehe hier). Obwohl Lottohelden somit rund 60 % der Spieleinnahmen bei der GlücksSpirale selber verwenden kann, während es bei der Originallotterie für den Veranstalter weniger als 20 % sind, ist Lottohelden nicht einmal bereit auf die Zusatzgebühr bei der GlücksSpirale zu verzichten, sondern hat diese sogar noch am 23.10.2018 von 20 Cent auf 40 Cent erhöht. Wer sich daher z. B. ein Fünftellos für eine Ziehung zum Preis von 1,40 Euro kauft, kommt somit nur noch auf eine Ø AQ von 27,8 %.

Die Zusatzlotterie Sieger-Chance bietet in Wirklichkeit die größte "Verlust-Chance" in Bezug auf den geleisteten Zusatzeinsatz in Höhe von 3 Euro. Wer sich vornehmen sollte jede Woche mit einer Losnummer an dieser Zusatzlotterie teilzunehmen, würde theoretisch nicht einmal lange genug leben um die Wahrscheinlichkeit auch nur auf 10 % erhöhen zu können, mindestens einmal etwas zu gewinnen. Hierzu wären nämlich 4947 Spiele nötig. Von allen Spielangeboten von Lottoland ist dieses Zusatzangebot daher das für den Spieler mit Abstand unrentabelste und sollte deshalb dringend gemieden werden, zumal auch die Ø AQ mit 36,7 % noch schlechter als bei der GlücksSpirale ist.


7. EuroMillions

Der Preis pro Tipp ist mit 2,75 Euro zu hoch angesetzt. Dies ist zwar etwas günstiger als beispielsweise bei Tipp24 aber immer noch um 10 % teurer als zum Beispiel bei lottogo.com, jinnilotto.com und lottoland.at wo jeder Tipp nur 2,50 Euro kostet. Auf lottoland.pt und lottoland.ie kostet der Tipp sogar nur 2 Euro (auch hier ist Lottoland nicht fair, denn jeder der über die Standardseite lottoland.com die Lotterie EuroMillions spielen möchte, wird mit 2,95 Euro deutlich stärker zur Kasse gebeten, so dass man sich als Kunde dann schon fragen muss, wie seriös ein Unternehmen noch sein kann, das das gleiche Produkt zu unterschiedlichen Preisen anbietet, offenbar je nach Nationalität des Kunden). Die Einführung der zusätzlichen Gewinnklasse, bei der man bereits mit "0 Zahlen + 2 Sternen" seinen Einsatz zurückbekommt ist zwar eine gute Idee gewesen, allerdings ändert dies nichts an dem teuren Preis, da die Gewährleistung dieser Zusatzchance im Schnitt nur 2,4 Cent (275/114) pro Tipp kostet.

Mein Vorschlag wäre daher den Preis pro Tipp um mindestens 50 Cent auf 2,25 Euro zu reduzieren, damit Lottohelden auch bei dieser Lotterie zu den günstigeren Anbietern zählt. Abgesehen davon wäre durch diese Reduzierung des Spieleinsatzes das Spiel für Lottohelden in finanzieller Hinsicht immer noch genau so attraktiv, wie beispielsweise die Lotterie EuroJackpot, bei der genau 1 Euro pro Tipp in den "Gewinntopf" wandert (siehe hier - § 4.1 + § 9.1). Bei der Lotterie EuroMillions sind es 1,10 Euro (siehe hier - Abschnitt 7.1). Wenn also bei der Lotterie EuroJackpot der Spieleinsatz mit 2 Euro doppelt so hoch ist wie die durchschnittliche Gewinnausschüttung, wäre es also nur fair auch bei der Lotterie EuroMillions den Spieleinsatz mit 2,25 Euro lediglich doppelt so hoch anzusetzen. Beim aktuellen Preis liegt die Ø AQ nämlich nur bei geringen 40,9 %, von der zudem noch über die Hälfte in die Gewinnklassen fließt, bei denen die Chancen schlechter als eins zu sechs Millionen liegen. Auf eine Spielteilnahme bei EuroMillions sollte man daher klugerweise verzichten, insbesondere beim aktuellen Preis von 2,75 Euro bei Lottohelden.


8. WorldMillions

Diese Lotterie hat eine außerordentlich schlechte Ø AQ von gerade einmal 24,85 % (ohne Sonderauslosungen). Damit ist dies die drittschlechteste Lotterie von Lottohelden, bei der langfristig gesehen große Verluste zu erwarten sind. Weltweit gibt es nur sehr wenige Lotterien mit einer ähnlich niedrigen Ø AQ. Die Auszahlungsbeträge wurden dabei einfach nur vom Erfinder der Lotterie (Lottoland) übernommen, mit der einzigen Ausnahme, dass bei den Donnerstagsziehungen die Lotteriekosten und Gewinne nicht halbiert wurden.

Auch handelt es sich bei dieser Lotterie weder um ein "innovatives Spielkonzept" noch um eine "Lotto-Revolution" mit der diese beworben wird, da es sich um exakt das gleiche Spielprinzip wie bei den Zusatzlotterien Plus 5, Super 6 und Spiel 77 handelt, nur dass eben noch eine achte Stelle hinzugefügt wurde und sichergestellt wird, dass kein Tipp doppelt abgegeben wird. Beim Spiel 77 bekommt man in der untersten Gewinnklasse zumindest noch das Doppelte des Einsatzes zurück - bei WorldMillions ist es nur der Spieleinsatz. Eine Gewinnklasse höher gewinnt man beim Spiel 77 sogar fast das Siebenfache des Einsatzes - bei WorldMillions dagegen ist es gerade einmal das 1,5-fache. In den vier nächsthöheren Gewinnklassen gewinnt man in Relation zum Spieleinsatz beim Spiel 77 mehr als das Dreifache und noch eine Gewinnklasse höher sogar durchschnittlich mehr als das Siebenfache (bei einer sogar noch rund 11 % besseren Gewinnchance).

Lottohelden sollte daher auch bei dieser Lotterie bessere Gewinnauszahlungen als Lottoland anbieten, wie es bereits bei MiniLotto und Cash4Life der Fall ist. Mein Vorschlag wäre, die Ø AQ auf mindestens 55 % anzuheben, damit diese zumindest um ein Zehntel höher ist als beispielsweise bei KENO, LOTTO 6aus49 oder EuroJackpot und man diese Lotterie dann auch gerechterweise als etwas "Besseres" anpreisen kann. Dazu könnte man den Gewinn in Gewinnklasse 8 verdoppeln, in Gewinnklasse 7 auf 5 Euro (statt 1,50 Euro bei einem Spieleinsatz von 1 Euro) anheben und in den Gewinnklassen 6 bis 2 sogar verfünffachen.


9. PowerBall und MegaMillions

Diese beiden US-Lotterien stellen die mit Abstand schlechtesten Lotterieangebote von Lottohelden dar. Die Ø AQs liegen hier (bei Sofortauszahlung des Jackpots in einem Betrag bei einem Wechselkurs von 1,20 Dollar je Euro) bei unglaublich geringen 13,6 % bei PowerBall und 12,7 % bei MegaMillions. Dies liegt vor allem an dem unverschämt hohen Preis von 3,50 Euro pro Tipp, der bereits bei einem Wechselkurs von nur 1,15 Dollar je Euro mehr als doppelt so hoch ist wie bei den entsprechenden Originallotterien in den USA, wo jeder Tipp jeweils nur 2 Dollar kostet (was natürlich nicht in den Spielinformationen erwähnt wird) und daran, dass Lottohelden gemäß den AGB (Abschnitt 11.16) in den ersten drei Gewinnklassen 38 % der Gewinne einbehält - jedoch nicht um diese wie in den USA für den Lotteriegewinner als Steuer an den Staat abzuführen, da Lotteriegewinne in Deutschland steuerfrei sind und auch Lottohelden als Wettanbieter mit Sitz in Gibraltar weder Steuern an die USA noch an Deutschland bezahlen muss, sondern um sie sich in die eigenen Taschen zu stecken, so wie es auch bei allen anderen Wettanbietern üblich ist, anstatt diesen Vorteil an die Spieler weiterzugeben. Da Lottohelden die Preise (im Gegensatz zu Tipp24) ab einer bestimmten Jackpothöhe auch noch deutlich erhöht (zuletzt auf 5 Euro pro Tipp für die MegaMillions-Ziehung am 24.10.2018) sind die Ø AQs in Wirklichkeit sogar noch geringer.

Bei Lottohelden werden zwar die Gewinne in den Gewinnklassen 2 bis 9 immer eins zu eins in Euro umgerechnet, auf die Ø AQs wirkt sich dies jedoch nur minimal aus (bei einem Wechselkurs von 1,20 Dollar je Euro wäre die Ø AQ bei MegaMillions nur 1 Prozentpunkt und bei PowerBall nur 1,3 Prozentpunkte niedriger, wenn man auch die Gewinne in den Gewinnklassen 2 bis 9 der Originallotterie regulär umrechnen würde). Und sollte der Euro mal unter die Parität zum US-Dollar fallen, wäre die Gewinnauszahlung bei Lottohelden in den Gewinnklassen 2 bis 9 sogar geringer als bei allen anderen Anbietern. Die derzeitigen Konditionen, zu denen die Lotterien PowerBall und MegaMillions bei Lottohelden angeboten werden, sind sogar derart miserabel, dass selbst wenn der Jackpotbetrag in den USA in der ersten Gewinnklasse dauerhaft bei jeweils einer Milliarde Dollar festgesetzt wäre, Lottohelden bei Sofortauszahlung des Jackpots (wodurch gemäß Abschnitt 11.15 der AGB weitere 40 % des Jackpotgewinns abgezogen werden) selbst bei dauerhafter Parität zum Euro im Durchschnitt nicht einmal die Hälfte (PowerBall 44 % und MegaMillions 41,2 %) der Spieleinsätze wieder an die Spieler ausschütten müsste. Zu diesen beiden Lotterien habe ich bereits einen anderen Beitrag in diesem Forum mit weiteren Infos veröffentlicht, den ihr hier nachlesen könnt.

Bei Lottohelden kann man bei beiden Lotterien für 1 Euro zusätzlich auch noch an der entsprechenden Zusatzlotterie teilnehmen. Diese nennt sich bei PowerBall "PowerPlay" und bei MegaMillions "MegaPlier". Wer bei PowerPlay teilnimmt erhält den doppelten Gewinn in Gewinnklasse 2 und multipliziert die Gewinne in den Gewinnklassen 3 bis 9 mit der Zahl, die zufällig aus 43 Zahlen (24x2, 13x3, 3x4, 2x5, 1x10) gezogen wird (Ø 2,7674), wobei jedoch bei Jackpots über 150 Millionen Dollar der 10-fach-Muliplikator entfernt wird (Ø 2,5952). Wer bei MegaPlier teilnimmt multipliziert die Gewinne in den Gewinnklassen 2 bis 9 mit der Zahl, die zufällig aus 15 Zahlen (5x2, 6x3, 3x4, 1x5) gezogen wird (Ø 3). Schon einzeln betrachtet wären diese Zusatzlotterien mit Ø AQs von 39,4 % (PowerPlay bei Jackpot über 150 Millionen Dollar), 43 % (PowerPlay bei Jackpot unter 150 Millionen Dollar) und 42,6 % (MegaPlier) inakzeptabel. Da diese aber nur in Kombination mit der jeweiligen Hauptlotterie gespielt werden können, lohnt sich eine Teilnahme erst recht nicht, da die Ø AQ (bei Auszahlung des Jackpots in einem Betrag zum Wechselkurs von 1,20 Dollar je Euro) bei PowerBall mit PowerPlay bestenfalls bei 20,2 % und bei MegaMillions mit MegaPlier bei 19,4 % liegt.


10. El Gordo - Spanische Weihnachtslotterie (Lotterieangebot erst wenige Wochen vor Ziehung verfügbar)

Bei dieser Lotterie werden bei einer regulären Teilnahme in Spanien jedes Jahr 70 % der eingebrachten Spieleinsätze wieder an die Spieler ausgeschüttet, was deutlich mehr ist als bei vielen anderen Lotterien. Allerdings muss man bedenken, dass das Zehntellos in Spanien nur 20 Euro kostet. Auf der Seite von Lottohelden kostet jedoch selbst ein ganzes Los noch 229,90 Euro, was einer Ø AQ von nur noch 60,9 % entspricht. Diese reduziert sich sogar noch, je stärker das Los geteilt wird (halbes = 48 % / fünftel = 44,5 % / zehntel = 42,6 % / zwanzigstel = 37 % / fünfzigstel = 35,4 % / hundertstel = 31,1 %). Für das Zehntellos muss man schon unverschämte 32,90 Euro bezahlen, wodurch die Kosten bereits um 64,5 % höher sind als beim Standardpreis in Spanien.

Nur das ganze Los würde sich somit noch halbwegs rentieren. Doch aufgrund des hohen Preises kann auch dieses nicht empfohlen werden. Da auch kaum jemand bereit ist soviel Geld für eine Lotterie auszugeben, liegt die Ø AQ bei allen Spielern, die einen Anteilsschein über Lottohelden kaufen, bei unter 50 %, was verglichen zum Original nicht mehr angemessen und sogar schlechter als bei fast allen staatlich angebotenen Lotterien ist. Abgesehen vom ganzen Los sollten daher alle anderen Losanteile von Lottohelden auf keinen Fall gespielt werden, da hier (ebenso wie bei den Scheingebühren, der Extragebühr bei der GlücksSpirale und den meisten Spielgemeinschaften) Aufpreise erhoben werden, für die es nicht den geringsten Grund gibt und somit nicht einmal ansatzweise gerechtfertigt sind (zumal Lottohelden lediglich als Wettanbieter fungiert). Da bei einem Zehntellos auch nur ein Zehntel der Gewinne ausbezahlt werden, sollten auch die Preise im Vergleich zum ganzen Los nur bei einem Zehntel liegen (wie beispielsweise bei Unibet, wo somit die drei kleinsten Losanteile zumindest von Finnländern deutlich günstiger gespielt werden können) und nicht noch eine zusätzliche "Fantasiegebühr" von unverschämten 43,1 % auf den Zehntelpreis des ganzen Loses für Nichts erhoben werden, die beim Zwanzigstellos sogar bei 64,4 %, beim Fünfzigstellos bei 71,8 % und beim Hundertstellos bei 95,7 % liegt. Bei den Lotterien GlücksSpirale und WorldMillions zahlt man ja schließlich auch keine Zusatzgebühr, wenn man diese mit einem geringeren Spieleinsatz als möglich spielt.

Aber zumindest sind die Preise bei Lottohelden im Vergleich zu den anderen deutschsprachigen Anbietern am günstigsten. Bei den Losanteilen ist die Preisdifferenz zum zweitgünstigsten Anbieter (Tipp24) jedoch viel zu gering, als dass sich der Kauf irgendwelcher Losanteile bei Lottohelden lohnen würde. Die Gründung von privaten Tippgemeinschaften wäre jedoch eine Möglichkeit die hohen Aufpreise bei den Losanteilen zu umgehen. Wenn sich nur zwei Spieler finden, die sich den Preis eines ganzen Loses teilen, könnte man sich bereits über 21 % gegenüber dem Kauf eines halben Loses bei Lottohelden einsparen. Darüber hinaus empfiehlt es sich den Lotterieschein erst kurz vor der Ziehung (die immer am 22. Dezember stattfindet) abzugeben, zumal viele Anbieter in der Vorweihnachtszeit (zum Beispiel auch in Form eines Adventskalenders mit täglichen Sonderangeboten) noch einmal kräftig die Werbetrommel für diese Lotterie rühren und dabei meistens günstigere Preise angeboten werden.


11. El Gordo de Verano - Spanische Sommerlotterie (Lotterieangebot erst wenige Wochen vor Ziehung verfügbar)

Auch bei dieser einmal im Jahr stattfindenden Lotterie (immer am ersten Samstag im Juli) werden von Lottohelden Staffelpreise angeboten, die jedoch nicht ganz so heftig ausfallen, wie bei der spanischen Weihnachtslotterie. Allerdings liegt auch hier der Aufpreis beim Zwanzigstel- und Hundertstellos bei 50 % (Ø AQ 40,07 %) und beim Fünftel-, Zehntel- und Fünfzigstellos bei 25 % (Ø AQ 48,08 %) im Vergleich zum ganzen und halben Los (Ø AQ 60,1 %). Das Zwanzigstellos sollte man daher auf keinen Fall kaufen, da man zum Preis von 15 Euro auch drei Fünfzigstellose mit der gleichen Gewinnnummer kaufen könnte, wodurch man insgesamt 6 % (statt nur 5 %) des Gewinns eines ganzen Loses erhalten würde und jeder Gewinn somit 20 % höher ausfallen würde.

Im Vergleich zu Lottoland bietet Lottohelden auch diese Lotterie zu günstigeren Preise an, wobei der Preisunterschied sogar noch deutlich höher ist als bei der spanischen Weihnachtslotterie. Beim ganzen und halben Los sind die Preise sogar mit der Originallotterie identisch. Bei der regulären Lotterie wird jedoch zusätzlich noch ein Gewinn in Höhe von 19.800.000 Euro unter allen Zehntellosen mit 5 Richtigen Zahlen verlost, von denen es bei 10 Serien insgesamt 100 Stück gibt. Diese zusätzliche Gewinnchance bietet Lottohelden jedoch nicht an, weshalb die Ø AQ beim ganzen und halben Los auch nur bei 60,1 % liegt (anstelle von 70 % bei der Originallotterie).

Die Gesamtgewinnchance liegt bei der spanischen Sommerlotterie bei 36,3 % (bei der spanischen Weihnachtslotterie sind es nur 15,3 %) und ist damit so hoch wie bei keiner anderen Lotterie von Lottohelden. Sofern der gekaufte Losanteil jedoch kleiner als ein halbes Los ist, gewinnt man in den meisten Fällen nicht einmal seinen Spieleinsatz zurück. Die Chance einen Gewinn zu erzielen, der höher als der Spieleinsatz ist, liegt bei allen Losanteilen nur bei 6,3 % (bei der spanischen Weihnachtslotterie sind es nur 5,3 %).


12. SilvesterMillionen (Lotterieangebot erst wenige Wochen vor Ziehung verfügbar / Ziehung durch Lottohelden)

Die Ziehung dieser Lotterie findet, wie der Name bereits verrät, jedes Jahr zu Silvester (also am 31. Dezember) statt und wird von Lottohelden durchgeführt. Der Spieleinsatz für eine Losnummer, die Gewinnbeträge und die Ausschüttungsquote ist identisch mit der Originallotterie von lotto-bw.de. Bei Lottohelden hat man sogar noch den Vorteil, dass man sich seine eigene Losnummer auswählen kann, sofern diese nicht bereits von einem anderen Spieler verwendet wurde. Denn ebenfalls wie beim Original und auch bei WorldMillions wird jede Losnummer nur einmal vergeben, was aber zumindest den Vorteil hat, dass man sich den Höchstgewinn nie mit anderen Spielern teilen muss. Da es jedoch somit insgesamt nur 1.000.000 Lose gibt, kann es durchaus sein, dass bereits vor Annahmeschluss alle Lose ausverkauft sind.

Die Ø AQ dieser Lotterie ist mit 60 % zwar überdurchschnittlich hoch, allerdings fließen davon 75 % allein in die beiden höchsten Gewinnklassen, bei denen die Wahrscheinlichkeit auch nur eine davon zu erreichen schlechter als 1 zu 100.000 ist. Setzt man Gewinnchancen und Gewinnhöhe ins Verhältnis, so kommt man in der höchsten Gewinnklasse bei keiner anderen Lotterie von Lottohelden (abgesehen vom KENO Typ 2) auf ein "besseres" Ergebnis, da bei dieser Lotterie von allen Spieleinsätzen 40 % in die erste Gewinnklasse ausgeschüttet werden. Gerade dieser hohe Wert (ausgerechnet in der unwahrscheinlichsten Gewinnklasse) ist es letztendlich, was sowohl Lottohelden als auch nahezu alle anderen Glücksspielanbieter völlig zu Unrecht als besonders vorteilhaft für die Spieler anpreisen.

Bei fast allen Lotterieangeboten wird daher lediglich die höchste Gewinnklasse zum Vergleich mit anderen Lotterien herangezogen, während alle anderen Gewinnklassen keine große Rolle zu spielen scheinen. Man liest dann häufig, die Wahrscheinlichkeit auf einen Gewinn in der höchsten Gewinnklasse sei X Mal besser als bei der Lotterie Y. Dass die Gewinnwahrscheinlichkeit für die erste Gewinnklasse aber trotzdem noch so schlecht ist, dass der Normalsterbliche diese in der Regel niemals erreichen wird, wird natürlich verschwiegen. Würde beispielsweise die Ziehung der Lotterie SilvesterMillionen nicht einmal im Jahr sondern jeden Monat stattfinden und würde man 100 Euro (also 10 Lose) pro Monat in diese Lotterie stecken, dann würde bei einer Spielteilnahme über 40 Jahre und einer Gesamtinvestitionssumme von 48.000 Euro die Chance bei lediglich 1,9 % liegen, die höchste Gewinnklasse dabei mindestens einmal zu erreichen.

Fast noch dramatischer ist jedoch die Tatsache, dass für 50.000 der insgesamt 51.009 Gewinner, die es bei dieser Lotterie geben kann (sofern alle Lose verkauft werden), nur 5 % der Spieleinsätze ausgeschüttet werden und auch die Wahrscheinlichkeit lediglich seinen Einsatz wiederzusehen gerade einmal bei 5 % liegt. Und selbst wenn man seinen Einsatz von 10 Euro zurückbekommen sollte, hat man ja unter dem Strich noch nichts gewonnen. Die Chance tatsächlich etwas zu gewinnen liegt somit nur bei 1 zu 991. Bei einer so geringen Gewinnchance, die (abgesehen von der "Sieger-Chance") sogar noch deutlich schlechter ist als bei allen anderen Spielangeboten von Lottohelden, sollte man sich daher gut überlegen, ob man dafür wirklich 10 Euro riskieren möchte.


13. Deutsche Weihnachts-, Oster- und Halloweenlotterie (Lotterieangebot erst wenige Wochen vor Ziehung verfügbar / Ziehung durch Lottohelden)

Bei der Deutschen Weihnachtslotterie (Ziehung am 26. Dezember), Osterlotterie (Ziehung am Ostermontag) und Halloweenlotterie (Ziehung am 31. Oktober) handelt es sich um jeweils eigene Lotterien von Lottohelden, bei denen (wie auch bei SilvesterMillionen) die Ziehung der Gewinnzahlen unseriöserweise von Lottohelden selbst vorgenommen wird. Die Zahlen werden dabei von einem angeblich zertifizierten Zufallszahlengenerator von EU Lotto generiert. Da es bei diesen Lotterien ein deutlich erhöhtes Manipulationsrisiko gibt und somit die Möglichkeit besteht, dass sich der Zufallszahlengenerator "zufälligerweise" genau die Gewinnzahlen raussucht, bei denen die Gesamtsumme der Gewinnauszahlungen an die Spieler am geringsten ist, sollten diese gar nicht erst bei Lottohelden gespielt werden.

Die Ø AQs (ohne Manipulation) sind vergleichsweise gut und liegen bei der Oster- und Halloweenlotterie (die übrigens beide exakt identisch sind) bei 54,7 % und bei der Deutschen Weihnachtslotterie bei 54,2 %. Da bei der Oster- und Halloweenlotterie zudem die Gewinnausschüttung in die unteren Gewinnklassen deutlich höher ist, ist das Verlustpotential dort deutlich geringer ist als bei der Deutschen Weihnachtslotterie. Die Gesamtgewinnchance liegt bei der Oster- und Halloweenlotterie bei 32,3 %, allerdings liegt die Chance einen Gewinn zu erzielen, der höher als der Spieleinsatz ist, nur bei 2,3 %. Bei der Deutschen Weihnachtslotterie liegt die Gesamtgewinnchance bei 31,2 % und die Wahrscheinlichkeit mehr als seinen Spieleinsatz zu gewinnen liegt sogar nur bei 1,2 %.


14. Systemscheine, System-Anteile und Spielgemeinschaften

Systemscheine bzw. Vollsysteme werden häufig damit beworben, dass man mit diesen nicht nur bessere Chancen hat eine bestimmte Gewinnklasse zu erreichen, sondern dass man im Gewinnfall sogar Mehrfachgewinne erzielt. Davon sollte man sich jedoch nicht täuschen lassen, da die Mehrfachgewinne vollständig durch die geringere Gewinnwahrscheinlichkeit diese zu erreichen ausgeglichen werden. Wer zum Beispiel über den Systemschein von EuroMillions 6 Zahlen ankreuzt (was sechs Standardtipps entspricht), gewinnt bei 2 Richtigen insgesamt vier Mal. Dafür erhöht sich jedoch die Wahrscheinlichkeit 2 Richtige zu erzielen nur auf 1 zu 15,6 (anstelle von 1 zu 21,9 bei einem Einzeltipp). Würde man dagegen sechs zufällige Einzeltipps abgeben, bei denen es keine Mehrfachgewinne gibt, würde sich die Chance dabei mindestens einmal 2 Richtige zu erzielen deutlich auf 1 zu 4,1 erhöhen.

Da Vollsysteme recht teuer sind, werden häufig System-Anteile angeboten, bei denen man nur einen bestimmten Anteil am regulären Preis zu zahlen hat, dafür aber im Gewinnfall auch nur denselben Anteil am Gewinn erhält. Spielgemeinschaften sind dabei praktisch das gleiche wie System- oder Spielanteile, nur dass dort in der Regel noch unnötigerweise ein zusätzlicher Aufpreis zu bezahlen ist und meistens mehrere Lotterieanteile (teilweise auch von verschiedenen Lotterien) gleichzeitig angeboten werden (vermutlich damit der ungerechtfertigte Aufpreis, der selbstverständlich nirgendwo in der Spielbeschreibung erwähnt wird, nicht so leicht erkennbar ist). Wegen den Zusatzgebühren sind Spielgemeinschaften daher grundsätzlich nicht empfehlenswert, da diese ohne Mehrwert für den Spieler sind und häufig nur zur gierigen Bereicherung des Anbieters missbraucht werden.

Die von Lottohelden angebotenen Systemscheine bei LOTTO 6aus49, EuroJackpot und EuroMillions sowie die System-Anteile (von Lottohelden "System-Chance" genannt) dieser drei Lotterien sind insgesamt neutral zu werten, da hier erwartungsgemäß keine Zusatzgebühren erhoben werden. Die Ø AQs in den einzelnen Gewinnklassen variieren zwar je nach gewähltem System, an der Ø Gesamt-AQ ändert sich dadurch jedoch nichts, so dass diese Spielscheine praktisch keine Vorteile gegenüber dem Normalschein bieten.

Die Aufpreise für die sieben angebotenen Spielgemeinschaften von Lottohelden könnten dagegen unterschiedlicher kaum sein. Mit einem Aufpreis von "sensationellen" 58 % zum fairen Preis (berechnet von den Standardpreisen) und einer Ø AQ von nur noch 28,3 % wurde bei der Spielgemeinschaft "Euro Freitag" der Bogen eindeutig überspannt. Umso erstaunlicher ist es daher, dass bei der Spielgemeinschaften "Super Samstag" sogar ein Rabatt von 12,6 % zum fairen Preis angeboten wird, was einer Ø AQ von 57,2 % entspricht und somit fast schon ein Geheimtipp darstellt. Doch um die übrigen fünf Spielgemeinschaften von Lottohelden sollte man ebenfalls einen großen "Bogen" machen, da auch dort die Ø AQs bei unter 40 % liegen.

Bei den Spielgemeinschaften (und auch System-Anteilen) darf man nie vergessen, dass man sich einen Gewinn in der höchsten Gewinnklasse, auf die es ja die meisten Spieler abgesehen haben, immer mit anderen teilen muss. Bei einem Jackpotgewinn im LOTTO 6aus49 in Höhe von 10 Millionen Euro müsste man sich beispielsweise bei einer Teilnahme über die Spielgemeinschaft "Super Samstag" im LOTTO-Vollsystem 010 und 011 den Gewinn mit 200 anderen Spielern teilen, so dass "nur" noch 50.000 Euro als Gewinn übrig blieben (und das bei einem Spieleinsatz von immerhin 6,99 Euro). Ein paar systembedingte Mehrfachgewinne in den darunterliegenden Gewinnklassen würden zwar in diesem Fall auch noch hinzukommen, doch diese würden sich selbst bei einem Gewinn im LOTTO-Vollsystem 011 auf durchschnittlich weniger als 1.700 Euro pro Anteil belaufen.


15. Sofortlotterien (Rubbellose und Onlinespiele)

Bei den Rubbellosen von Lottohelden gibt es ebenfalls große Unterschiede in den Ø AQs, so dass man auch hier auf die Auswahl der Rubbellose unbedingt achten sollte. Sofern die Gewinntabellen von Lottohelden korrekt angegeben wurden, schneiden derzeit mit Ø AQs von unter 50 % die drei Rubbellose "Tresor Knacker" (34,2 %), "GlücksLos" (40,3 %) und "Rubbel-Millionär" (46 %) am schlechtesten ab. Aber immerhin gibt es bei Lottohelden 16 (von insgesamt 41) Rubbellose mit einer Ø AQ von über 60 %. Die drei mit der höchsten Ø AQ sind "Royal 7" (67,2 %), "Viel Glück" (66 %) und "Kiss & Cash" (65 %). Eine ausführliche Analyse und Rankingübersicht aller Sofortlotterien von Lottohelden, Lottoland und Tipp24, bei denen vom Anbieter Gewinntabellen veröffentlicht wurden, könnt ihr in meinem anderen Beitrag hier nachlesen. Die Gewinnchancen sind übrigens bei jeder Spielteilnahme identisch, da bereits gekaufte Lose nicht aus dem "Lostopf" verschwinden. Bei jedem einzelnen Loskauf wird somit immer ein Los zufällig von der Gesamtzahl aller Lose ausgewählt. Aus diesem Grund können die digitalen Rubbellose von Lottohelden auch nie ausverkauft sein. Da man jedoch nie weiß, wie "zufällig" tatsächlich die einzelnen Lose von der Software ausgewählt werden, ist das Manipulationsrisiko bei den Online-Rubbellosen somit auch nicht geringer als bei den Onlinespielen, bei denen die Ø AQs zum Teil bei 95 % liegen, so dass es vorteilhafter wäre anstelle der Rubbellose die anderen Sofortlotterien mit den höheren Ø AQs zu spielen.

Bei den von Lottohelden angebotenen Onlinespielen "25 Card Cash", "Cash Buster Extreme", "Cash Buster Towers", "Big Money Slingo Bonus", "Super Cash Buster", "Schatz der Maya", "Cash Wheel" und "Slingo" wird dem Spieler ungerechterweise vorgetäuscht, dass die im Spiel stattfindenden Aktionen (zum Beispiel Würfeln oder Drehscheibe betätigen) zufällig ablaufen, was jedoch nicht der Fall ist. Denn auch hier ist das Ergebnis (ebenso wie bei den Rubbellosen) bei jeder Spielrunde bereits zu Beginn festgelegt bzw. vorherbestimmt. Auch die Entscheidungen des Spielers, wie zum Beispiel die Auswahl bestimmter Spielfelder, beeinflussen das Spielergebnis nicht. Aber zumindest steht dies fairerweise bei jedem Spiel auch in der Spielbeschreibung (dazu muss man aber erst einmal das Spiel selbst öffnen, dann den Button mit den drei Strichen in der Mitte suchen, anklicken und den Text ganz nach unten scrollen). Es wäre somit ein Trugschluss zu glauben, man hätte vielleicht mehr gewinnen können, wenn man bei bestimmten Auswahloptionen andere Felder angeklickt hätte. Ebenso falsch wäre es zu glauben, man hätte beispielsweise bei "Super Cash Buster" den Höchstgewinn nur knapp verfehlt, weil nur ein zusätzlicher gelber Block gefehlt hat, denn theoretisch könnte man tausende solcher Spielabläufe im Voraus festlegen, ohne dass dabei dieser eine fehlende Block zerstört wird. Solche angeblich nur knapp verfehlten Gewinne sollen die Spieler nur dazu animieren noch mehr Geld in diese Onlinespiele (genaugenommen handelt es sich dabei eher um Spielfilme mit kleinen Unterbrechungen dazwischen) zu stecken, so dass man sich nicht zu wundern braucht, wenn man viele Geldgewinne augenscheinlich nur knapp verfehlt.

Als besonders negatives Beispiel möchte ich daher an dieser Stelle noch kurz das von Lottoland angebotene Onlinespiel "EuroMillions Sofort" erwähnen, das zum Glück noch nicht bei Lottohelden gespielt werden kann. Auch bei diesem "Spiel" ist das Ergebnis einer Spielrunde vorbestimmt (diesen Hinweis findet man jedoch auch hier erst in der Spielbeschreibung innerhalb des Spiels). Tatsächlich aber wird dem Spieler bei diesem Onlinespiel sogar per Lostrommel vorgegaukelt, die Zahlen würden in Wirklichkeit zufällig gezogen werden, wodurch der Spieler ganz bewusst getäuscht wird. Fakt ist nämlich, dass es bei diesem Spiel völlig egal ist welche Zahlen man im Vorfeld auswählt, da sich die "gezogenen" Zahlen immer an der Tippabgabe des Spielers orientieren. Eine zufällige Ziehung kann allein schon aus dem Grund ausgeschlossen werden, da in diesem Fall die Ø AQ anhand der im Spiel angegebenen Gewinntabelle nur bei 14,1 % liegen würde. Laut Spielbeschreibung beträgt diese jedoch 64,6 %. Auch würde bei einer zufälligen Ziehung der Zahlen im Schnitt nur jedes dreizehnte Spiel gewinnen. In Wirklichkeit gewinnt man jedoch deutlich häufiger, da man sonst nicht auf die angegebene Ø AQ kommt und man außerdem riskieren würde, dass die Spieler zu schnell das Handtuch werfen und das Spiel daher kein weiteres Mal mehr spielen möchten. Doch durch die häufigen Gewinne können manche Spieler sogar noch dazu verleitet werden auch an der regulären Lotterie teilzunehmen, weil dort deutlich höhere Gewinne in den einzelnen Gewinnklassen zu erwarten sind und der Spieler daher denken könnte, dass er dort genauso häufig gewinnen wird, während sich in Wirklichkeit Lottoland schon kräftig die Hände reibt, da die Ø AQ bei der regulären Lotterie zum Standardpreis von 2,95 Euro auf lottoland.com nur noch bei 37,3 % liegt und man hier somit deutlich mehr Gewinn pro Spiel erwirtschaftet als bei der entsprechenden Sofortlotterie, zumal die meisten Spieler wohl kaum wissen dürften, dass die Lotterie EuroMillions zum Beispiel auf lottoland.ie für nur 2 Euro und damit über 32 % günstiger gespielt werden kann.

Im Gegensatz zu den anderen Spielangeboten von Lottohelden werden bei diesen acht Onlinespielen die Ø AQs direkt angegeben und liegen zwischen 63,82 % (Slingo) und 90,96 % (25 Card Cash). Hier muss man jedoch darauf vertrauen, dass die in der Spielbeschreibung aufgeführten Ø AQs korrekt sind. Dies sind nämlich die einzigen acht Spielangebote, bei denen es nicht möglich ist die Ø AQs selber zu berechnen, da im Gegensatz zu den Onlinespielen von Tipp24 Lottohelden leider seinen Spielern verschweigt, mit welcher Wahrscheinlichkeit die einzelnen Gewinnklassen erreicht werden. Sofern die angegebenen Ø AQs jedoch tatsächlich zutreffend sein sollten, sieht man bereits mit einem Blick, wie viel Prozent der Spieleinsätze durchschnittlich wieder an die Spieler ausgeschüttet werden. Doch selbst wenn es bei diesen Spielen (so wie auch bei den Rubbellosen) Gewinntabellen geben würde, hätte man immer noch keine Gewähr dafür, dass die daraus berechneten Ø AQs korrekt sind, da sich der Anbieter bei den angegebenen Werten auch verrechnet oder vertippt haben kann und natürlich auch bewusst falsche Angaben veröffentlicht werden können. Lediglich bei den staatlichen Standardlotterien bei denen die Zahlen durch ein vom Wettanbieter unabhängiges Ziehungsgerät per Lostrommel und somit absolut zufällig gezogen werden, lassen sich die Ø AQs anhand von Wahrscheinlichkeitsberechnungen mathematisch beweisen und sind somit mit Gewissheit zutreffend ohne dass man sich dabei auf irgendwelche Angaben vom Wettanbieter verlassen müsste. In diesem Fall kann auch eine Manipulation nahezu vollständig ausgeschlossen werden, da die Ziehung physisch (also nicht digital durch ein Softwareprogramm) erfolgt.

Die Ø AQs der anderen drei von Lottohelden angebotenen Onlinespiele "KENO Sofort!" (95,3 %), "Bingo 75" (94,5 %) und "Bingo 90" (94,3 %) lassen sich dagegen wieder selbst berechnen und sind deutlich höher als bei allen anderen Spielangeboten von Lottohelden. Allerdings muss man bei diesen Spielen grundsätzlich darauf vertrauen, dass der in der Software eingebaute Zufallsgenerator auch wirklich zufällige Zahlen auswählt und sich nicht (wie zum Beispiel beim Spiel "EuroMillions Sofort") an der Tippabgabe des Spielers orientiert. Dies sind übrigens keine exklusiven Spiele, die nur von Lottohelden angeboten werden, da man diese auch schon vor der Veröffentlichung auf Lottohelden bei Lottoland spielen konnte. Dort heißen die Spiele mit "KenoGo", "Bingo" und "90 Ball Bingo" nur etwas anders. Lottoland bietet jedoch auch noch das Spiel "Bingo Jackpot" an, das man dem "Bingo 75" von Lottohelden vorziehen sollte, da es sich dabei um exakt das gleiche Spiel handelt, nur mit dem Unterschied, dass wenn alle 24 Zahlen auf dem Bingoschein gezogen werden, der Gewinn nicht nur 50.000 Mal so hoch wie der Einsatz ist (was gemessen an der Wahrscheinlichkeit von rund 1 zu 410 Millionen wohl eher ein schlechter Witz sein sollte, zumal bei "Bingo 90" die Chance auf den selben Höchstgewinn 28 Mal besser ist), sondern immerhin eine Million Mal so hoch. Bei dem Spiel "KenoGo" von Lottoland kann man im Gegensatz zu "KENO Sofort!" von Lottohelden sogar mit nur 0,10 Euro Einsatz spielen, wodurch man bei den KENO-Typen 3, 6, 7, 8 und 10 eine noch höhere Ø AQ erzielt, da bei der Gewinnauszahlung halbe Cents auf volle Cents aufgerundet werden. Darüber hinaus bietet Lottoland mit dem Spiel "KeNow Play" noch eine zweite KENO-Sofortlotterie an, bei der die Ø AQs der einzelnen KENO-Typen ebenfalls bei rund 95 % liegen, die Gewinnbeträge jedoch andere sind (siehe hier). Dort kann man zum Beispiel (bei gleicher Gewinnchance) als Höchstgewinn beim KENO-Typ 8 das Doppelte, beim KENO-Typ 9 das Vierfache und beim KENO-Typ 10 sogar das Zehnfache im Vergleich zu "KENO Sofort!" gewinnen.


Fazit:

- Solange Lottohelden bei den Spielangeboten nicht nachbessert, ist lediglich die Lotterie MiniLos eine vergleichsweise "gute" Lotterie.
- MiniLotto, SonntagsLotto, Cash4Life und die spanische Weihnachts- und Sommerlotterie können bei Lottohelden zu den besten Konditionen gespielt werden. Diese sind auch gemessen an den Ø AQs vergleichsweise akzeptable Lotterien, die man somit relativ bedenkenlos bei Lottohelden spielen kann. Nur das Zwanzigstel- und Hundertstellos der spanischen Sommerlotterie sowie alle kleineren Losanteile als dem halben Los der spanischen Weihnachtslotterie sollte man aufgrund der hohen Aufpreise nicht spielen. Private Tippgemeinschaften sind daher bei diesen beiden Lotterien besonders empfehlenswert, da man dadurch auch bei einem geringeren Spieleinsatz als dem ganzen Los von der relativ hohen Ø AQ von jeweils über 60 % profitieren kann.
- KENO, LOTTO 6aus49 und EuroJackpot kann man auf der englischsprachigen Seite von Lottoland ohne Scheingebühr spielen. Das "Keno 24/7" von Lottoland sollte man jedoch aufgrund der deutlich besseren Ø AQs dem deutschen KENO vorziehen.
- Bei der GlücksSpirale liegt die Ø AQ nur noch bei 39 % und sollte daher gar nicht erst gespielt werden. Bei einer Spielteilnahme über den Spielschein von LOTTO 6aus49 könnte man sich bei Lottoland aber zumindest die Extragebühr von 40 Cent sparen.
- Die Lotterie EuroMillions ist mit 2,75 Euro pro Tipp und einer Ø AQ von unter 41 % deutlich zu teuer. Auf lottoland.pt und lottoland.ie kostet jeder Tipp nur 2 Euro, wodurch die Ø AQ bei immerhin 55 % liegen würde.
- Bei den Lotterien PowerBall und MegaMillions sind die Konditionen bereits so schlecht, dass ein Preisvergleich mit anderen Anbietern wenig Sinn ergibt. Selbst wenn Lottohelden diese Lotterien (bei sonst gleichen Bedingungen) für nur 1 Euro (statt 3,50 Euro) pro Tipp anbieten würde, wäre dies nicht ausreichend um bei Sofortauszahlung des Jackpots selbst bei einem Wechselkurs von nur 1,10 Dollar je Euro bei den Ø AQs auch nur auf 50 % (wie zum Beispiel beim deutschen LOTTO 6aus49) zu kommen. Diese Lotterien sollten daher ebenso wie WorldMillions zu den aktuellen Konditionen auf jeden Fall gemieden werden.
- Bei der jeweils identischen Oster- und Halloweenlotterie, bei der Deutschen Weihnachtslotterie und bei der Lotterie SilvesterMillionen werden die Gewinnzahlen unseriöserweise von Lottohelden selbst generiert, wodurch ein deutlich erhöhtes Manipulationsrisiko besteht. Bei der Lotterie SilvesterMillionen liegt die Chance mehr als seinen Spieleinsatz zu gewinnen bei lediglich 1 zu 991. Auf eine so schlechte Gewinnchance kommt so gut wie keine andere Lotterie, so dass man unabhängig von der Manipulationsgefahr und trotz der relativ hohen Ø AQ von 60 % besser beraten wäre gar nicht erst an dieser Lotterie teilzunehmen, zumal der Spieleinsatz von 10 Euro auch noch im Vergleich zu anderen Lotterien sehr hoch ist.
- Bei den vier Zusatzlotterien Plus 5, Super 6, Spiel 77 und Sieger-Chance ist die Ø AQ jeweils geringer als bei der Hauptlotterie, weshalb man auf diese Zusatzangebote besser verzichten sollte. Dies gilt insbesondere für die Sieger-Chance, da hier die Wahrscheinlichkeit überhaupt einen Gewinn zu erzielen nur bei rund 1 zu 47.000 liegt. Negativ auffallend ist zudem, dass die Ø AQ umso geringer ist, je höher der Preis der Zusatzlotterie ist.
- Systemscheine und System-Anteile bieten trotz des hohen Preises im Vergleich zum Standardtipp kaum Vorteile. Von den Spielgemeinschaften stellt lediglich "Super Samstag" ein gutes Spielangebot von Lottohelden dar, während dagegen "Euro Freitag" das mit Abstand ungerechteste ist.
- Bei den Rubbellosen hat man leider keine Gewähr dafür, dass die angegebenen Gewinntabellen auch tatsächlich stimmen. Das beste Rubbellos mit einer Ø AQ von 67,2 % wäre demnach "Royal 7" und das schlechteste Rubbellos mit einer Ø AQ von 34,2 % "Tresor Knacker".
- Die besten Onlinespiele mit Ø AQs von ca. 95 % sind bei tatsächlich zufälliger Ziehung der Zahlen "KENO Sofort!", "Bingo 75" und "Bingo 90". Bei Lottoland liegt jedoch der Höchstgewinn bei dem Spiel "Bingo Jackpot" 20 Mal höher als bei "Bingo 75" und das Spiel "KenoGo" kann bereits mit einem Einsatz von nur 0,10 Euro gespielt werden, wodurch die Ø AQs bei fünf KENO-Typen höher ausfallen als bei "KENO Sofort!". Bei den anderen acht Onlinespielen hat man keine Gewähr dafür, dass die angegebenen Ø AQs korrekt angegeben wurden. Aufgrund der Intransparenz (da keine Gewinntabellen veröffentlicht werden, obwohl die Wahrscheinlichkeiten der einzelnen Gewinnklassen nicht berechnet werden können) und Unseriösität (da Zufallsaktionen und Entscheidungsfreiheiten dem Spieler vorgetäuscht werden, die in Wirklichkeit gar nicht stattfinden, da der Spielausgang bereits vorab festgelegt ist und somit alle Aktionen und Entscheidungen des Spielers das Spielergebnis nicht mehr beeinflussen können) dieser Spiele, sollten diese schon aus Protest nicht gespielt werden, zumal die Ø AQs dieser acht Onlinespiele auch noch zum Teil deutlich geringer sind als bei den anderen drei.

Wie schon bereits mehrfach angesprochen, sollte man abgesehen von der Ø Gesamt-AQ immer auch darauf achten, wie hoch die Ø AQs in den unteren Gewinnklassen sind, da bei den meisten Lotterien (zum Beispiel bei EuroJackpot mit 48 % und EuroMillions mit 47 % der Ø Gesamt-AQ) der größte Anteil der Gewinnauszahlung in die unwahrscheinlichste Gewinnklasse fließt und somit kaum noch etwas für die unteren Gewinnklassen übrig bleibt, bei denen man die meisten Gewinne erzielt. Langfristig gesehen verliert man bei solchen Glücksspielen das meiste Geld.


Zusätzliche Anmerkungen zu den Ø AQs

Die für diesen Beitrag berechneten Ø AQs sind nur bei den Gewinnklassen exakt zutreffend, bei denen es keine Beschränkungen in der Gewinnauszahlung gibt. Bei Gewinnklassen, die in den AGB in Abschnitt 11.1 als Typ A oder Typ B gekennzeichnet sind oder bei denen gemäß Abschnitt 11.17 die Auszahlungsbeträge begrenzt sind, kann die tatsächliche Ø AQ nicht exakt berechnet werden, die diese dann von der Anzahl der abgegebenen Tipps bei EU Lotto (Lottoland und Lottohelden) abhängig ist und Lottohelden bei keiner Lotterie angibt, wie viele EU-Lotto-Tipps abgegeben wurden oder wie viele EU-Lotto-Gewinner es in den einzelnen Gewinnklassen gibt. Bei Gewinnklassen, die als Typ A oder Typ B gekennzeichnet sind, berechnet sich die Gewinnauszahlung an die Gewinner von Lottohelden, indem der bei der Originallotterie für diese Gewinnklasse insgesamt zur Verfügung gestellte Gewinn durch die Anzahl der Gewinner sowohl von EU Lotto als auch von der Originallotterie geteilt wird. Ausnahmen davon bilden die Lotterien Cash4Life, MiniLotto und MiniLos, bei denen sich die Gewinnauszahlung an den von Lottohelden selbst festgelegten Gewinnen orientiert (gemäß AGB Abschnitt 11.9 bis 11.11). Da jedoch auch diese drei Lotterien als Typ A in den AGB klassifiziert sind, wird auch dort der angegebene Höchstgewinn (z. B. 100.000 Euro bei MiniLotto) im Gewinnfall durch die Anzahl der Gewinner von EU Lotto und der Originallotterie geteilt. Sollte es daher zum Beispiel bei MiniLotto einen Gewinner bei Lottohelden, einen Gewinner bei Lottoland und drei Gewinner bei der regulären Lotterie geben, so bekommt der Gewinner von Lottohelden nur 20.000 Euro ausbezahlt. In jeder Gewinnklasse mit Gewinnbeschränkung, würde sich somit die tatsächliche Ø AQ umso stärker reduzierten, je höher die Anzahl der abgegebenen Tipps bei EU Lotto in dieser Lotterie ist. Hier zwei vereinfachte Beispiele, die dies verdeutlichen sollen:

Beispiel 1: Würden beim LOTTO 6aus49 sowohl bei der Originallotterie als auch bei EU Lotto 139.838.160 unterschiedliche Tipps abgegeben werden, würde es in beiden Fällen genau einen Jackpotgewinner geben. Bei der Originallotterie würde dieser jedoch rund 8.950.000 Euro als Gewinn erhalten (sofern der Jackpot eine Ziehung zuvor geknackt wurde), während EU Lotto für den Gewinner bei Lottohelden (bzw. Lottoland falls der Gewinntipp dort abgegeben wurde) nur die Hälfte davon auszahlen würde. Da auch die zweite Gewinnklasse dieser Beschränkung unterliegt, würde EU Lotto auch hier nur die Hälfte des offiziellen Gewinns an ihre neun Gewinner auszahlen. In diesem Fall würde sich die AQ bei Lottohelden in den ersten beiden Gewinnklassen dieser Lotterie halbieren und die Gesamt-AQ läge nur noch bei 44,95 %. Das ungerechte an dieser Regelung von EU Lotto ist, dass bei jedem abgegebenen Tipp bei der Originallotterie sich auch der Jackpotbetrag erhöht - mit jedem abgegebenen Tipp bei EU Lotto dagegen nicht. Wären daher alle Tipps, die bei EU Lotto abgegeben wurden, bei der Originallotterie abgegeben worden (und damit jede Tippmöglichkeit doppelt), hätte es zwar dort zwei Jackpotgewinner gegeben, da aber auch der Jackpot in diesem Fall doppelt so hoch gewesen wäre, hätte dennoch jeder Spieler rund 8.950.000 Euro als Gewinn erhalten.

Beispiel 2: Würde bei der Lotterie MiniLos jede Tippmöglichkeit zwei Mal über Lottohelden abgegeben werden (2 Millionen Tipps), würde es in dieser Ziehung zwei Gewinner mit 6 Richtigen geben und Lottohelden müsste, sofern es keine Gewinner bei der Originallotterie in der höchsten Gewinnklassen gibt, nur 50.000 Euro an jeden Gewinner auszahlen (anstelle von 100.000 Euro, wenn es keine Gewinnbeschränkung geben würde). In diesem Fall würde sich die AQ in der ersten Gewinnklasse von 10 % auf 5 % reduzieren und die Gesamt-AQ läge nur noch bei 56,16 % (anstelle von 61,16 % ohne Gewinnbeschränkung).

Je mehr Tipps jedoch in einer Lotterie abgegeben werden, desto wahrscheinlicher ist es natürlich, dass dabei auch gleiche Tipps vorhanden sind. Dieser Umstand bewirkt, dass EU Lotto bei festgesetzten Höchstbeträgen im Durchschnitt noch deutlich weniger Geld für die Gewinner auszahlen muss, als es bei ausschließlich unterschiedlichen Tipps der Fall wäre. Zum Beispiel würde es bei der Lotterie MiniLos bei genau 1.000.000 unterschiedlichen Tipps je Ziehung immer einen Spieler geben, dem Lottohelden die 100.000 Euro als Gewinn auszahlen müsste. Da es jedoch jedem Spieler freisteht 6 Zahlen zwischen 0 und 9 auszuwählen, unabhängig davon was die Spieler zuvor für Zahlen gewählt haben, liegt die Wahrscheinlichkeit bei nicht unerheblichen 36,79 %, dass selbst bei 1.000.000 abgegebenen Tipps kein Spieler alle 6 Zahlen richtig getippt hat. Wenn somit im Durchschnitt bei jeder Ziehung 1.000.000 Tipps abgegeben würden, müsste EU Lotto in rund 37 % aller Ziehungen die 100.000 Euro nicht an die Spieler ausschütten und könnte diese komplett für sich behalten, da EU Lotto in diesem Fall auch keine Rücklagen bilden müsste, da bei der nächsten Ziehung mit 1.000.000 Tipps wieder genug Geld zusammenkommt, um die 100.000 Euro (10 % der Gesamteinnahmen) für die erste Gewinnklasse bereitstellen zu können und EU Lotto durch die Beschränkung des Höchstgewinns kein Risiko hat, diese 100.000 Euro jemals an mehrere Gewinner mehrmals auszahlen zu müssen.

Fakt ist somit, dass zum Beispiel bereits bei im Ø nur 1.000.000 abgegebenen Tipps pro Ziehung bei der Lotterie MiniLos die Ø AQ in der höchsten Gewinnklasse nur noch bei 6,32 % liegen würde (also 36,79 % weniger als die berechneten 10 %, die für den Fall, dass es keine Gewinnbeschränkung geben würde, zutreffend wäre) und sich somit die Ø Gesamt-AQ von 61,16 % auf nur noch 57,49 % reduzieren würde. Selbst bei im Ø nur 500.000 abgegebenen Tipps pro Ziehung würde sich die Ø AQ in der höchsten Gewinnklasse bereits um 21,31 % auf 7,87 % reduzieren. Und da auch bei im Ø 2.000.000 abgegebenen Tipps pro Ziehung die Wahrscheinlichkeit immer noch bei 13,53 % liegt, dass kein Spieler 6 Richtige getippt hat, würde in diesem Fall die Ø AQ in der höchsten Gewinnklasse sogar nur bei 4,32 % liegen (und wäre damit sogar noch geringer als die im zweiten Beispiel angegebenen 5 %, da ja in Wirklichkeit auch gleiche Tipps abgegeben werden können).

Lottohelden sollte daher bei allen Lotterien mit Gewinnbeschränkungen zumindest die Anzahl der EU-Lotto-Gewinner in den jeweiligen Gewinnklassen in der Tabelle mit den Gewinnquoten in einer zusätzlichen Spalte veröffentlichen. Noch besser wäre es, wenn man auch noch die Anzahl der über Lottoland und Lottohelden abgegebenen Tipps angeben würde. Dies würde die Transparenz und vermutlich auch die Akzeptanz dieser Spiele deutlich erhöhen, da der Spieler dadurch besser abschätzen kann, ob Gewinnbeschränkungen bei diesen Lotterieangeboten gerechtfertigt sind. Dass diese Angaben von Lottohelden und Lottoland verschwiegen werden, deutet für mich darauf hin, dass dies wohl eher nicht der Fall ist.


Detaillierte Gewinntabellen der Spielangebote

Da Zahlen bekanntlich mehr als 1000 Worte sagen, veröffentliche ich als abschließenden Höhepunkt dieses Beitrags noch meine detaillierten Berechnungstabellen von allen analysierten Spielangeboten von Lottohelden mit Wahrscheinlichkeiten, Ø AQs und Gewinnen in den einzelnen Gewinnklassen, inklusive einer Rankingübersicht aller Lotterien, Onlinespiele, Rubbellose, System-Chancen und Spielgemeinschaften. Dazu sind folgende Anmerkungen zu beachten:

1. Bei Spielen, bei denen der Spieleinsatz selbst gewählt werden kann, wurde in der Regel mit dem günstigsten Preis kalkuliert. Dabei wurden weder Scheingebühren noch Mengenrabatte oder sonstige Preisaktionen berücksichtigt. Sollte der tatsächlich zu zahlende Betrag höher oder niedriger ausfallen als in den unten stehenden Berechnungstabellen angegeben, so ändern sich alle Ø AQs und die im 6. Abschnitt angegebenen Wertungen der Spiele nach folgender Formel: tatsächlicher Wert = angegebener Wert * angegebener Preis pro Spiel / tatsächlicher Preis pro Spiel
2. Bei den Ø AQs wurden keine Sonderausschüttungen bzw. Sonderverlosungen mit einberechnet.
3. Gewinne die nicht variabel sind, sind unterstrichen, ebenso wie die AQs, die bei den entsprechenden Originallotterien nicht variabel sind (bzw. nicht variabel wären, wenn die Lotterien zum gleichen Preis wie bei Lottohelden bei unveränderter Gewinnauszahlung angeboten würden).
4. In den jeweils höchsten Gewinnklassen wurden zum einfacheren Vergleich nicht die genauen Ausschüttungsweisen angegeben (z. B. Mindestjackpotsummen, Boosterfonds, Reservefonds, Auszahlung in Raten, Aufteilung der Gewinnbeträge bei mehreren Gewinnern) sondern stattdessen anhand der Wahrscheinlichkeiten bei festen Gewinnen einfach die theoretische AQ berechnet, bzw. der theoretische Gewinn anhand des Ausschüttungsanteils, der für diese Gewinnklasse bei der Originallotterie insgesamt zur Verfügung gestellt wird.



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