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Lampe MegaMillions und Powerball sind die schlechtesten Lotterien Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Die beiden Lotterien MegaMillions und Powerball sind derzeit wohl die beliebtesten Lotterien in den USA. Deutsche Glücksspielanbieter wie Lottoland haben daher schon seit längerer Zeit auch diese beiden Lotterien in ihr Wettangebot mit aufgenommen und locken deutsche Kunden damit, dass es bei diesen Lotterien häufig die höchsten Jackpotsummen zu gewinnen gibt. Höchste Zeit also die beiden Lotterien mal genauer unter die Lupe zu nehmen und zu prüfen, ob diese den deutschen Kunden gegenüber tatsächlich ein faires Spielangebot darstellen oder ob es den Lotteriebetreibern bei diesen Lotterien lediglich darum geht, ihren Kunden noch mehr Geld aus den Taschen zu ziehen als es ohnehin schon der Fall ist und somit die beworbenen Megagewinne in Wirklichkeit ihnen selbst zufließen.

Bei MegaMillions wandern rund 75 % der Ausschüttungsquote (dies ist der Anteil der Gesamteinnahmen, welcher für die Gewinnauszahlung zur Verfügung gestellt wird) in die höchste Gewinnklasse, die jedoch mit einer Wahrscheinlichkeit von weniger als 1 zu 300 Millionen erreicht wird (bei Powerball sind es rund 68 % bei einer Wahrscheinlichkeit von weniger als 1 zu 290 Millionen). Dies ist schon mal deutlich mehr als bei allen anderen Lotterien, die mir bekannt sind. Dies hat jedoch auch zur Folge, dass dadurch für alle Gewinnklassen, die man bei der Originallotterie in den USA mit einer Wahrscheinlichkeit von höher als 1 zu 1500 erreicht, bei MegaMillions gerade einmal noch durchschnittlich 6,5 % der Gesamteinnahmen je Ziehung bereitgestellt werden (bei Powerball sind es durchschnittlich 8,5 %), während es selbst bei WorldMillions (der unrentabelsten Lotterie von Lottohelden, die als einzige auf eine durchschnittliche Ausschüttungsquote von unter 25 % kommt) immerhin noch durchschnittlich 11,3 % sind. Schon allein dieser Grund sollte eigentlich ausreichend sein, um selbst in den USA auf eine Spielteilnahme bei MegaMillions und Powerball zu verzichten, da man gerade bei solchen Lotterien langfristig die größten Verluste zu beklagen hat.

Bei EuroMillions und Lotto 6 aus 49 liegt die Wahrscheinlichkeit für den Jackpot in der ersten Gewinnklasse bei rund 1 zu 140 Millionen. Um sich das mal bildlich vorzustellen: Der Umfang des Äquators beträgt 40.075 km. Teilt man diesen durch die Jackpotwahrscheinlichkeit kommt man auf rund 28,6 cm, was ziemlich genau einer Schuhlänge entspricht. Folglich könnten theoretisch 140 Millionen Menschen, Schuh an Schuh aneinandergereiht die gesamte Erde am Äquator umrunden. Jetzt braucht man sich nur noch ein kleines Flugobjekt vorstellen, das mit Lichtgeschwindigkeit die Erde direkt über den Köpfen dieser Menschen umrundet und zu einem beliebigen Zeitpunkt plötzlich stehenbleibt. Der Mensch, über dessen Kopf das Fluggerät nun schweben würde, wäre der Jackpotgewinner.

Bei MegaMillions und Powerball ist die Wahrscheinlichkeit sogar doppelt so schlecht und gerade für diese minimale Chance werden unglaubliche Dreiviertel der gesamten Gewinnausschüttung zur Verfügung gestellt. Deshalb gibt es seit kurzem in den USA bei MegaMillions auch die Option "Just-the-Jackpot", bei der man zwei Tipps für 3 Dollar (statt regulär 4 Dollar) nur auf den Jackpotgewinn abgeben kann, ohne dabei in den anderen Gewinnklassen gewinnen zu können. Hierbei würde man also 3 Dollar zahlen nur um sich bildlich ausgedrückt für eine einzige Auslosung einmal in die "Äquator-Erdumrundungs-Menschenschlange" einreihen zu dürfen. In diesem Fall wäre man mit Sicherheit ebenso gut bedient, wenn man die 3 Dollar gleich zum Fenster rausschmeißen würde, wobei man in diesem Fall sogar noch eine realistische Chance hätte, dass einem der Wind die Papierscheinchen wieder zurück in die Wohnung weht.

Nun werden jedoch beim Originalspiel in den USA sowohl bei MegaMillions als auch bei Powerball, ganz unabhängig davon wie gering der Ausschüttungsanteil in den unteren Gewinnklassen ist, zumindest noch durchschnittlich 50 % der Spieleinnahmen wieder ausgeschüttet. Bei Lottoland kostet ein Tipp hingegen bei beiden Lotterien skandalöse 3,50 Euro und damit selbst bei einem Umrechnungskurs von nur 1,15 Dollar je Euro bereits mehr als das Doppelte. Allein dadurch würde die durchschnittliche Ausschüttungsquote bereits bei weniger als 25 % liegen. Für die unteren Gewinnklassen (bis Chance 1 zu 1500) werden dadurch bei MegaMillions in Wirklichkeit sogar weniger als 3,3 % und bei Powerball weniger als 4,3 % der Gesamteinnahmen durchschnittlich zur Verfügung gestellt (zum Vergleich: Beim deutschen Lotto 6 aus 49 liegt dieser Wert bei 30,7 %).

Doch selbst damit will sich Lottoland (bzw. EU Lotto als Buchmacher) immer noch nicht begnügen, sondern zieht dem Gewinner von seiner Gewinnsumme in den ersten drei Gewinnklassen noch 38 % an "Steuern" ab. In den AGB im Abschnitt 11.8 heißt es hierzu wörtlich: "EU Lotto behält bei MegaMillions und PowerBall 38% der Gewinne in den drei höchsten Gewinnklassen ein um den Spieler in die wirtschaftliche Lage zu versetzen, als wenn er die zugrunde liegende Lotterie gespielt hätte." Würde man als Deutscher direkt an der Lotterie teilnehmen, würde der entsprechende Lotteriebetreiber in den USA vom Preisgeld tatsächlich die Steuern einbehalten. Da Lottoland aber gar nicht direkt an der Lotterie teilnimmt, sondern nur bei EU Lotto Tipps auf die Ergebnisse der Lotterien abgibt, muss EU Lotto im Gewinnfall des Spielers natürlich auch keine Steuern zahlen. Somit kann EU Lotto bzw. Lottoland die 38 %, die vom Gewinn des Kunden abgezogen werden, komplett selbst behalten. Wenn Lottoland übrigens so freundlich wäre den Spieler tatsächlich in die "wirtschaftliche Lage zu versetzen, als wenn er die zugrunde liegende Lotterie gespielt hätte" müsste Lottoland beim Preis für einen Tipp ebenfalls die 2 Dollar als "Wirtschaftsgrundlage" ansetzen und nicht schon von Anfang an mehr als Doppelte verlangen. Durch den zusätzlichen Abzug der 38 % in den ersten drei Gewinnklassen würde sich die durchschnittliche Ausschüttungsquote bei einem Wechselkurs von 1,20 Dollar je Euro auf nur noch 16,2 % bei MegaMillions und 16,4 % bei Powerball reduzieren.

Allerdings ist damit immer noch nicht der Gipfel der Unverschämtheit erreicht, denn diese rund 16 % Ausschüttungsquote scheinen EU Lotto immer noch zu viel zu sein. Daher bekommt man den gesamten Gewinn in der ersten Gewinnklasse selbst nach Abzug der 38 % "Lottolandsteuern" nur dann, wenn EU Lotto sich dazu entscheiden sollte diesen Betrag in 30 jährlichen Ratenzahlungen auszuzahlen. Sollte EU Lotto sich jedoch dazu entscheiden den Gewinn auf einmal auszuzahlen, wird der bereits um 38 % reduzierten Gewinnbetrag um weitere 40 % reduziert. Der Spieler hat übrigens im Gegensatz zur Originalteilnahme nicht einmal das Recht zwischen beiden Optionen zu wählen. Was ich hier schreibe kann übrigens jeder in den AGB im Abschnitt 11.7 selber nachlesen.

Sofern EU Lotto daher die Gewinnsumme in der ersten Gewinnklasse in einem Betrag auszahlt (wie es ja bei den meisten anderen Lotterien bereits standardmäßig der Fall ist), reduziert sich die durchschnittliche Ausschüttungsquote beim Wechselkurs von 1,20 Dollar je Euro auf nur noch 11,7 % bei MegaMillions und 12,4 % bei Powerball. Dies bedeutet zum Beispiel, dass für jeden abgegebenen Tipp bei MegaMillions über Lottoland der Spieleinsatz von 3,50 Euro theoretisch folgendermaßen verwendet wird: 3,09 Euro steckt sich davon Lottoland zusammen mit EU Lotto in die eigenen Taschen (abzüglich 1 % Steuern an den Staat Gibraltar), 23,3 Cent werden dem Konto des Jackpotgewinners zugewiesen und 17,7 Cent werden als "Trostpreise" auf die anderen Gewinnklassen verteilt.

Jeder Spieler sollte sich daher gut überlegen, ob er wirklich bei den Lotterien MegaMillions und Powerball teilnehmen möchte, bei denen durchschnittlich mindestens 86 % der Spieleinsätze allein der Lotterieanbieter kassiert. Doch wer nun denkt, er könne sich zum Spielen dieser Lotterien einfach einen anderen Anbieter raussuchen, hat leider Pech, denn bei allen anderen Anbietern sind die Auszahlungsbedingungen nahezu identisch. Bei Tipp 24 werden jedoch bei beiden Lotterien zumindest die Gewinne in Gewinnklasse 2 und 3 vollständig ausbezahlt (also ohne Abzug von 38 %). Da jedoch auch hier der Spieleinsatz bei jeweils 3,50 Euro pro Tipp liegt, erhöht sich im oben genannten Fall die durchschnittliche Ausschüttungsquote nur minimal auf 12,6 % (+ 0,9 %) bei MegaMillions und auf 13,6 % (+ 1,2 %) bei Powerball und ist damit in beiden Fällen immer noch geringer als bei allen anderen Lotterien, die ich jemals analysiert habe. Die beiden Lotterien MegaMillions und Powerball sind somit die mit Abstand schlechtesten Lotterieangebote, die derzeit von deutschen Spielern gespielt werden können.

Dieser Beitrag wurde schon 7 mal editiert, zum letzten mal von Lottoexperte am 18 Feb, 2018 18:43 37.

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